EUR 34.99

In den Warenkorb legen:
Exemplare:
Digitale Ausgabe
EUR 29.99 - PDF

In den Warenkorb legen:
Exemplare:





Bernd Bocian
FRITZ PERLS‘ JAHRE IN BERLIN: 1893-1933
Expressionismus - Psychoanalyse – Judentum
Korrigierte und erweiterte Neuauflage
EHP-Verlag Andreas Kohlhage, 2026
304 Seiten; Abb.; ISBN: 978-3-89797-158-5

Dieses Buch ist auch als E-Book erhältlich:
Also available as e-book:
PDF:  ISBN 978-3-89797-765-5  /  EUR 29.99

Das Buch erinnert am Beispiel von Fritz Perls an die Vertreter einer urbanen Avantgardekultur, die aus Europa vertrieben wurden, auswanderten und zumeist in den USA eine neue Heimat fanden. So manches Element des verlorenen Avantgarde-Geistes fand später in angereicherter Form den Weg zurück nach Europa. Die vorliegende Monographie ist die erste, die sich vertieft mit den deutsch-europäischen Wurzeln der Gestalttherapie auseinandersetzt. Sie schlägt damit zugleich eine Brücke zwischen den Kontinenten.
Der Arzt und freudianische Psychoanalytiker Perls floh 1933 aus Berlin und wurde im Alter in den USA zur zentralen Gründergestalt der Gestalttherapie. Die prägenden Jahre im Leben der Pioniere der Moderne begannen mit dem Trauma des Ersten Weltkriegs und erstreckten sich über die Zeit der Weimarer Republik bis hin zu ihrer Emigration aus Nazideutschland. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf den Hintergrund, auf den damaligen sozialen, kulturellen und politischen Erfahrungsraum, in dem Perls sich bewegte, und beschreibt die Einflüsse von Expressionismus, Dadaismus, kulturkritischer Psychoanalyse, Max Reinhards Theater, der Gestaltpsychologie und des Marxismus während seiner vierzig Berliner Lebensjahre. Der hier analysierte Lebenskontext von Perls macht deutlich, dass das an Leid und Kreativität reiche Leben dieser Emigrantengeneration uns noch einiges für die Zukunft zu sagen hat. .
Frederick Salomon Perls (dit ‘Fritz’), der zusammen mit seiner Frau Laura (geb. Posner) im Exil ab 1933 zuerst in Südafrika und später in den USA die Gestalttherapie entwickelte ist mit seinen persönlichen wie beruflichen Wurzeln tief mit der europäischen Avantgarde-Kultur der Zeit vor 1933 verbunden und steht hier sowohl paradigmatisch für die geistesgeschichtlichen Entwicklungslinien, die das 20. Jahrhundert prägten als auch für die entscheidenden Grundalgen der Gestalttherapie als einer der wirkungsvollsten Formen der Psychotherapie für das 21. Jahrhundert. .
Die Biographie zu den Berliner Jahren von Fritz Perls und der Geschichte der Gestalttherapie liegt hiermit als überarbeitete und um bisher unveröffentlichtes Material aus psychoanalytischen Archiven erweiterte Neuausgabe vor. Diese von der internationalen Gestaltgemeinschaft einhellig geschätzte Studie liegt damit in sechs Sprachen vor (Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Russisch), eine weiter in brasilianischem Portugiesisch ist in Vorbereitung.

»Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung sowie zur Definition, Geschichte und Literatur der Gestalttherapie. Der dissidente Psychoanalytiker Perls hat in seinem gestalttherapeutischen Ansatz die reichen Lebenserfahrungen der Berliner Avantgarde-Kultur, in der Juden eine so wichtige Rolle spielten, verkörpert, integriert und vor dem Vergessen bewahrt … eine ausgezeichnete Lektüre für Psychiater, Psychoanalytiker, Sozialarbeiter und interessierte Laien … fesselt das Interesse des Lesers von Anfang bis Ende«
(Henry Zvi Lothane, Professor für Psychiatrie, Mount Sinai School of Medicine/New York. In: International Forum for Psychonalysis)

»Ein bahnbrechendes Werk zur Biographie von Fritz Perls und zu den Quellen von Gestalttherapie und Gestaltpädagogik … ein unverzichtbares Grundlagenwerk für alle, die sich mit Gestalt und ihren Anwendungen auseinandersetzen möchten. Die angesprochenen Themen bezüglich der Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung des Individuums unter den Bedingungen einer fragmentierten und fragmentierenden Gesellschaft sind topaktuell.«
(Olaf-Axel Burow, Prof. Dr., em. Universität Kassel, zahlreiche Publikationen)

»Im Namen der gesamten internationalen Gestaltgemeinschaft möchte ich Bernd Bocian dafür danken, dass er der Gestalttherapie die Würde einer reichen und tiefgreifenden Kulturgeschichte verliehen hat … ein Text, aus dem alle Gestaltströmungen und verschiedenen psychotherapeutischen Ansätze Wissenswertes erfahren.«
(Margherita Spagnuolo-Lobb, Psy.D., Hg. Gestalt Therapy Book Series GTBS, Ehrenmitglied und ehemalige Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Gestalttherapie EAGT)

»Dieses Buch ist eine wahre Goldgrube. Mit einer unglaublichen Ausführlichkeit, Detailliertheit und vor allem seiner Herstellung von Zusammenhängen hat Bernd Bocian ein wichtiges Werk geschrieben ... Es sind mir beim Lesen viele Lichter aufgegangen!«
(Nancy Amendt-Lyon, PhD; Ehrenmitglied und Ex- Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Vereinigung für Gestalttherapie ÖVG, Hg. Zeitlose Erfahrung. Lore Perls’ unveröffentlichte Notizbücher und literarische Texte 1946-1985)

»Eine einzigartige, gehaltvolle Darstellung des Mannes Fritz Perls in seinem kulturellen und ideengeschichtlichen Kontext. Man kann den Mann in seiner Zeit verorten. Das zeichnet das Buch aus!«
(Hilarion Petzold, Prof. Dr., Begründer der Integrativen Therapie, Mitbegründer des Fritz Perls-Instituts FPI, Wissenschaftlicher Leiter der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit EAG)

»Ungemein spannend zu lesen und ein schönes Beispiel für eine Psychotherapiegeschichte, die ihre gesellschaftlichen Umstände nicht aus dem Blick verliert.«
(Tom Levold, Systemischer Psychotherapeut, lehrender Supervisor, Coach, Mitbegründer der Systemischen Gesellschaft (SG), zahlreiche Publikationen; in: Systemagazin.de)

»Ich habe das Buch gestern Abend zu Ende gelesen - es ist absolut fabelhaft - ich habe jede Fußnote studiert und denke, dass es ein so wichtiges Buch ist, dass ich es nach der Lektüre des E-Books jetzt noch einmal in der Print-Fassung lesen werde.«
(Lewis Aron, PhD, Ex-Direktor des New York University Postdoctoral Program in Psychotherapy and Psychoanalysis, Hg. Relational Perspectives Book Series, und (mit Stephen A. Mitchell) von Relationel Psychoanalysis. The Emergence of a Tradition)

Aus dem Inhalt

  • Erinnerungsarbeit und Aktualität
  • Prägende Lebenskontexte: Krieg – Expressionismus - Psychoanalyse
  • Der jüdische Kontext und das klassisch-humanistische Bildungsideal
  • Krieg, Trauma und Revolution
  • Berliner Kunstavantgarde und Expressionistische Weltanschauung
  • Die Jahre der Weimarer Republik
  • Die Idee der Ganzheit
  • Am Berliner psychoanalytischen Institut 1930 - 1933
  • Hunger, Kauen, Wachsen: Eigene Denkansätze gegen psychoanalytische Deutungsmacht und deutsche Gehorsamstradition
  • Traumatherapie und Stahlgestalten
  • Kriegstrauma und „Acting-Out-Therapie”
  • Gepanzerte Männer – Stahlnaturen
  • Das Schicksal der Berliner Familie Perls
  • Zur Aktualität der Erfahrungen Der deutsch-jüdischen Großstadtavantgarde
  • Universalismus, Einsamkeit, Modernität
  • Die Gestalt-Assimilationstheorie: Eine biologisch-soziologische Widerstandsmetapher
  • Autonomie statt Ausschwitz: Confluence kills
  • Perls’ Aktualität: Identitätsarbeit
  • Mephisto als Integrationsferment: Perls’ Leitmotiv
  • Emigrantennot
  • Der Reich-Schüler Perls „verbessert“ Freud
  • Trauma und Resilienz

Der Autor
Dr. Bernd Bocian, Gestalttherapeut und Psychotherapeut (PtG), Fortbildung in psychoanalytischer Therapie und Reichianischer Körperarbeit; 1985 bis 2000 Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Gestalttherapie; Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der italienischen Zeitschrift Quaderni di Gestalt und der englischsprachigen Gestalt Therapy Book Series; Autor verschiedener Publikationen zur Geschichte der Gestalttherapie und zur historischen und aktuellen Beziehung zwischen Gestalttherapie und Psychoanalyse, u.a. im vorliegenden Verlag (zusammen mit Fr.-M. Staemmler): Kontakt als erste Wirklichkeit. Zum Verhältnis von Gestalttherapie und Psychoanalyse“. Er lebt und arbeitet in Genua und Düsseldorf.